Smart Glasses · Kritik in der Schweiz
Die Kritik ist berechtigt.
Sie trifft nur nicht jedes Gerät.
Im Sommer 2026 ist die Diskussion über Smart Glasses in der Schweiz angekommen: eine Petition, ein Vorstoss im Parlament, Bäderverbände, die Regeln prüfen, der EDÖB, der die angebotenen Modelle beobachtet. Wir verkaufen Smart Glasses – und halten die Kritik für richtig. Sie richtet sich gegen ein Bauteil, das die Even G2 nicht hat. Diese Seite geht die Vorwürfe einzeln durch. Auch die, die uns betreffen.
Die Schweizer Kritik an Smart Glasses richtet sich fast vollständig gegen Brillen mit Kamera: heimliches Filmen, unzuverlässige Aufnahmeleuchten, Gesichtserkennung, Hausverbote in Bädern und Fitnesscentern. Die Even G2 hat keine Kamera und keinen Bildsensor.
In den grossen Schweizer Beiträgen des Sommers 2026 wird zwischen Brillen mit und ohne Kamera nicht unterschieden. Das ist journalistisch nachvollziehbar, weil die Kamerageräte den Markt bestimmen – für die Kaufentscheidung ist der Unterschied aber der entscheidende.
Worüber gesprochen wird
Die Schweizer Debatte,
nüchtern zusammengefasst.
Wir geben hier wieder, was öffentlich berichtet wurde, und verlinken die Quellen. Jede dieser Meldungen betrifft Brillen mit Kamera.
Eine Petition
Unter dem Titel «Kein Spielzeug für Stalker» wurde 2026 ein Verkaufsverbot für Smart Glasses gefordert. In der Schweiz kam sie auf rund 8'300 Unterschriften, in Deutschland eine vergleichbare Forderung auf über 168'000.
Politik und Aufsicht
Im Nationalrat wurde eine Interpellation zu Datenschutzfragen eingereicht. Der EDÖB prüft laufend, inwieweit die im Handel angebotenen Modelle dem Datenschutzrecht des Bundes entsprechen, und äusserte Zweifel daran, ob die Aufnahmeleuchte im Alltag genügt.
Bäder, Fitness, Hausrecht
Der Schweizerische Badmeister-Verband und der Verband Hallen- und Freibäder prüfen Regeln bis hin zu einem Verbot. In der Fitnessbranche werden Kamerabrillen wie andere Aufnahmegeräte behandelt.
Dazu kommt die Marktentwicklung: Beim Onlinehändler Galaxus wurden von Januar bis Juli 2026 fast viermal so viele Smart Glasses verkauft wie im Vorjahreszeitraum. Die Debatte ist also keine Randerscheinung – sie wächst mit den Stückzahlen. Alle Quellen unten.
Punkt für Punkt
Jeder Vorwurf einzeln.
Und worauf er zutrifft.
| Der Vorwurf | Trifft zu auf | Even G2 |
|---|---|---|
| Menschen werden heimlich gefilmt | Brillen mit Kamera | Kein Bildsensor – es entsteht kein Bild, auch nicht versehentlich |
| Die Aufnahmeleuchte ist unzuverlässig oder lässt sich umgehen | Brillen mit Kamera | Ohne Aufnahme braucht es keine Leuchte, die man übersehen könnte |
| Gesichtserkennung identifiziert Passanten | Kamera plus Abgleich in der Cloud | Ohne Bild gibt es nichts abzugleichen |
| Verbote in Bädern, Fitnesscentern, Schulen | Aufnahmegeräte aller Art | Die Regeln richten sich gegen Kameras; die G2 ist keine |
| Belästigung und Stalking | Brillen mit Kamera | Setzt Bildmaterial voraus, das hier nicht entsteht |
| Gespräche werden mitgeschnitten | Geräte, die Audio speichern | Audio wird in Echtzeit zu Text verarbeitet und danach gelöscht |
| Andere sehen, was ich lese | Displays, die nach aussen leuchten | Das Display ist nur für die tragende Person sichtbar |
Angaben zur Even G2 nach Herstellerangaben von Even Realities und unserer täglichen Praxis im Showroom. Wir gehen sie mit Ihnen gerne am Gerät durch.
Und jetzt gegen uns
Was die Kritik
auch hier trifft.
- –Mikrofone gibt es. Vier Stück, für Sprachbefehle beziehungsweise auf Aktivierung. Wer grundsätzlich kein Mikrofon am Kopf möchte, hat mit der G2 kein anderes Gerät vor sich.
- –Sprachfunktionen laufen über die Cloud. Übersetzung und Even AI verarbeiten Sprache auf Servern des Herstellers. Wer das grundsätzlich ablehnt, nutzt diese Funktionen nicht – der Rest der Brille funktioniert weiter.
- –Es braucht ein Konto beim Hersteller. Ohne App keine Einrichtung, keine Updates, keine KI-Funktionen.
- –Eine Brille macht niemanden anständig. Technik löst kein Verhaltensproblem. Wer in einer Sitzung mitschreiben lässt, soll es sagen – das ist eine Frage des Umgangs, nicht der Bauweise.
- ✓Was wir dagegensetzen: Wir zeigen Ihnen die Datenschutzrichtlinie des Herstellers im Showroom, Absatz für Absatz, und sagen Ihnen, wenn die Brille für Ihren Zweck nicht taugt. Datenschutz im Detail
Der naheliegende Vorschlag
«Nehmt die Kamera raus.»
Genau das ist hier passiert.
In der Schweizer Berichterstattung wurde der Gedanke geäussert, man könnte die Aufnahmefunktion solcher Brillen technisch deaktivieren und die nützlichen Funktionen behalten. Bei der Even G2 ist das keine Einstellung, die man vergessen könnte, und kein Software-Schalter, den ein Update zurücksetzt.
Die Kamera fehlt in der Konstruktion. Even Realities hat die G2 von Anfang an ohne Bildsensor entwickelt und dafür in das Display investiert: monochromer Text im Glas, sichtbar nur für die tragende Person. Was dabei herauskommt, ist kein abgespecktes Kameragerät, sondern eine andere Gattung – und, für den Schweizer Alltag, die tragbarere.
Im Alltag
Wo Sie die G2 tragen können –
und wo Sie trotzdem fragen sollten.
Badi und Fitness
Die geprüften Regeln richten sich gegen Aufnahmegeräte. Die G2 erzeugt keine Aufnahme. Wo ein Betrieb generell «keine Brillen mit Technik» sagt, gilt sein Hausrecht – fragen Sie kurz, das klärt es in einem Satz.
Sitzungszimmer
Tragbar, weil niemand gefilmt wird und niemand Ihre Notizen sieht. Wenn Sie mitschreiben lassen, sagen Sie es – wie bei einem Block oder einem Dolmetscher.
Praxis und Spital
Keine Kamera heisst: keine Patientin wird aufgenommen. Für die Regeln Ihres Berufsstands und Ihrer Institution gilt trotzdem deren Auskunft.
Für Praxen →Schule und Hochschule
Verbote zielen auf Aufnahmegeräte. Für Prüfungen gilt zusätzlich, dass jedes Gerät mit Textanzeige unzulässig sein kann – dort bleibt die Brille im Etui.
Quellen
Lesen Sie die Kritik
im Original.
Wir verlinken die Beiträge, auf die wir uns beziehen, auch die kritischen. Wer eine Kaufentscheidung trifft, soll die Gegenseite gelesen haben.
- SRF, 7. August 2026 – woran man erkennt, ob eine Kamerabrille aufnimmt
- 20 Minuten, 19. August 2026 – Schweizer Bäderverbände prüfen Regeln für Kamerabrillen
- Watson, 19. August 2026 – Petition, Interpellation und die Haltung des EDÖB
- NZZ Bellevue – über Even Realities und die kameralose Smartbrille (kostenpflichtig)
Die Zusammenfassungen oben sind unsere eigenen Worte. Für den vollständigen Inhalt und die Einordnung gelten die verlinkten Originalbeiträge.
Häufige Fragen zur Kritik
Was uns dazu
gefragt wird.
Werden Smart Glasses in der Schweiz verboten?
Ein Verbot gibt es nicht. Es gibt eine Petition, einen parlamentarischen Vorstoss und Verbände, die Hausregeln prüfen. Diese Regeln richten sich gegen Aufnahmegeräte, also gegen Kameras. Die Even G2 hat keine.
Darf ich die Even G2 in die Badi mitnehmen?
Rechtlich spricht nichts dagegen, weil keine Aufnahme entsteht. Es gilt aber das Hausrecht des Betriebs. Wenn eine Anlage pauschal «keine Smart Glasses» sagt, fragen Sie kurz nach – die Erklärung «ohne Kamera» ist in einem Satz erzählt.
Was sagt der EDÖB zu Smart Glasses?
Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte prüft laufend, ob die im Handel angebotenen Modelle den Anforderungen des Datenschutzrechts entsprechen, und hat Zweifel geäussert, ob eine Aufnahmeleuchte im Alltag genügt. Beides betrifft Geräte, die aufnehmen.
Ist die Kritik also unberechtigt?
Nein, im Gegenteil. Sie ist berechtigt – für Geräte mit Kamera. Wir halten es für falsch, diese Kritik kleinzureden, und für ebenso falsch, alle Brillen in denselben Topf zu werfen.
Und was spricht gegen die Even G2?
Vier Dinge, die wir offen nennen: Es gibt vier Mikrofone, Sprachfunktionen laufen über die Cloud, es braucht ein Konto beim Hersteller, und das Display zeigt nur einfarbigen Text. Wer eines davon grundsätzlich ablehnt, sollte die Brille nicht kaufen – und wir sagen ihm das auch.
Wie kann ich mich selbst überzeugen?
Kommen Sie vorbei. Im Showroom am Zeltweg 74 nehmen Sie die Brille in die Hand und suchen die Kamera. Sie werden keine finden. Termine von Montag bis Samstag nach Vereinbarung: 078 422 46 73.
Suchen Sie die Kamera selbst.
Zehn Minuten am Zeltweg 74, die Brille in der Hand, alle Fragen erlaubt – auch die unangenehmen. Wenn sie nicht zu Ihnen passt, sagen wir Ihnen das.