Beim Datenschutz smarter Brillen geht es um zwei Sensoren: die Kamera und das Mikrofon. Wie eine Brille mit beiden umgeht, entscheidet darüber, wie wohl sich Sie — und Ihr Umfeld — damit fühlen.
Die entscheidende Frage: Kamera oder keine Kamera
Der grösste Datenschutz-Unterschied liegt nicht in der Marke, sondern im Typ. Kamera-Brillen filmen und fotografieren aus der Ich-Perspektive. Das ist für Aufnahmen praktisch, für das Umfeld aber heikel: In Sitzungen, Schulen, Praxen, Umkleiden oder im öffentlichen Verkehr ist für Umstehende oft nicht erkennbar, ob gerade aufgenommen wird. Display-Brillen gehen den umgekehrten Weg — sie zeigen der tragenden Person Informationen und verzichten ganz auf eine Kamera.
Die Even G2 hat keine Kamera und macht keine Bild- oder Videoaufnahmen.
Sie sieht aus wie eine normale Brille; das Display ist nur für die tragende Person sichtbar.
Für Funktionen wie Sprachbefehle, Even AI und Echtzeit-Übersetzung wird Audio technisch verarbeitet — ein heimliches Mitschneiden oder Veröffentlichen von Gesprächen ist nicht der Zweck.
Was ist mit dem Mikrofon?
Auch Display-Brillen brauchen Mikrofone — sonst gäbe es keine Sprachsteuerung, keine Übersetzung und keine Live-Transkription. Wichtig ist der Unterschied zwischen verarbeiten und aufzeichnen und veröffentlichen: Für die Funktion wird gesprochene Sprache in Text oder Befehle umgewandelt, häufig mithilfe des gekoppelten Smartphones oder der Cloud. Das ist etwas anderes als ein permanenter, heimlicher Mitschnitt. Wie genau ein Hersteller Audiodaten verarbeitet, speichert und schützt, steht in seiner App und Datenschutzerklärung — prüfen Sie das vor dem Kauf.
Datenschutz in der Schweiz und der EU
In der Schweiz gilt das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG), in der EU die DSGVO. Für Sie als Nutzerin oder Nutzer heisst das: Sie sollten wissen, welche Daten die Brille bzw. die App erhebt, wo sie verarbeitet werden (Smartphone, Server, ggf. Ausland) und welche Rechte Sie haben. Da KI-Funktionen oft cloudgestützt sind, können Daten die Schweiz verlassen — seriöse Anbieter legen das offen. Wie wir selbst mit Ihren Daten auf dieser Website umgehen, lesen Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Rücksicht im Alltag: ein fairer Umgang
Unabhängig von der Technik gilt: Wer aufnimmt, sollte das Umfeld informieren und Persönlichkeitsrechte respektieren. Genau hier spielt die kameralose Even G2 ihren Vorteil aus — weil nichts gefilmt wird, entsteht diese Unsicherheit gar nicht erst. Sie können in Meetings mitlesen, übersetzen und navigieren, ohne dass Ihr Gegenüber sich fragen muss, ob eine Kamera läuft.
Mehr zu den Unterschieden der Gerätetypen finden Sie im Vergleich; die Grundlagen erklärt Was sind AI-Glasses?. Wenn Sie die kameralose G2 selbst erleben möchten, sind Sie im Showroom Zürich willkommen.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Massgeblich sind die jeweils aktuellen Angaben des Herstellers Even Realities sowie die geltenden Datenschutzgesetze.