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Vertraulichkeit im Alltag

Kann ich eine KI-Brille in einem vertraulichen Kundengespräch tragen?

Eine Treuhänderin, die die Even G2 bei uns im Showroom probierte, stellte die richtige Frage sofort: nicht «darf ich die tragen», sondern «wohin geht es, wenn in diesem Raum eine Kontonummer ausgesprochen wird?» Genau darum geht es hier.

Die Frage kam nicht von der Compliance-Abteilung, sondern von der Treuhänderin selbst, mitten im Showroom, die Brille noch auf der Nase: «Kein Problem, dass niemand ein Foto von meinem Bildschirm macht — aber was ist mit dem, was ich sage?» Das ist die eigentlich schwierige Frage bei einer KI-Brille im vertraulichen Gespräch, und sie hat nichts mit der Kamera zu tun, weil es keine gibt.

Kurze Antwort: Kamerafrei löst die Sorge, die den meisten zuerst einfällt — niemand kann über die Even G2 heimlich ein Foto von einem Bildschirm oder einem Dokument machen, weil es schlicht keine Kamera gibt. Was das nicht löst, ist die Audiofrage. Manche Funktionen (Live-Übersetzung, die kontextbezogenen KI-Eingaben und die Transkription bei QuickNote) senden das Gesprochene zur Verarbeitung in die Cloud, während andere (Benachrichtigungen, ein heruntergeladenes Teleprompter-Skript) vollständig auf dem Handy bleiben. Der eigentliche Test für ein vertrauliches Gespräch: vorher wissen, welche Funktion welche ist, Cloud-Funktionen bei Vertraulichem ausgeschaltet lassen und den Anwesenden offen sagen, was Sie tragen und wozu.

Kamerafrei beruhigt eine Sorge — nicht beide

Die instinktive Angst bei jeder «smarten Brille» am Verhandlungstisch ist das heimliche Foto oder Video eines Bildschirms, eines Vertragsentwurfs, einer Excel-Tabelle. Diese Sorge ist bei der Even G2 unbegründet: Sie hat keine Kamera, sie zeigt nur Text auf einem monochromen Display, das nur Sie selbst lesen. Weniger offensichtlich ist, dass die Brille für einzelne Funktionen ein Mikrofon nutzt — und Mikrofon ist eine andere Kategorie von Risiko als Kamera. Genau diese zweite Kategorie wird in Meetings selten mitgedacht, obwohl sie die relevantere ist.

Funktion für Funktion: was den Raum tatsächlich verlässt

Nicht jede Funktion verhält sich gleich. Manche laufen ausschliesslich handyseitig, ohne dass irgendetwas den Raum verlässt; andere sind cloudbasiert und senden das Gesprochene zur Verarbeitung an einen Server. Diese Unterscheidung — nicht «Kamera ja/nein» — ist die, die in einem vertraulichen Gespräch zählt.

Even G2 im vertraulichen Meeting, Funktion für Funktion
FunktionWas mit dem Ton passiertRisiko für Vertrauliches
BenachrichtigungenHandyseitig gespiegelt, kein Bezug zum GesprächsinhaltUnbedenklich
Teleprompter (heruntergeladenes Skript)Handyseitig, Sie lesen nur abUnbedenklich
QuickNote (Notiz per Stimme)Aufnahme handyseitig; Transkription kann die Cloud nutzenKommt auf den Inhalt an
Live-ÜbersetzungCloudbasiert; gesprochener Ton wird zur Verarbeitung gesendetVerlässt den Raum
Kontextbezogene KI-EingabenCloudbasiertVerlässt den Raum

Funktionsbeschreibung nach Even-Dokumentation, keine unabhängige technische Prüfung von AI-Eyewear. Stand 30. Juli 2026.

Vier Regeln für das nächste vertrauliche Gespräch

  1. Vorher wissen, was lokal bleibt Testen Sie die Funktionen ausserhalb des Meetings, damit Sie im Raum nicht raten müssen, was cloudbasiert ist.
  2. Cloud-Übersetzung und QuickNote-Transkription bei Vertraulichem ausschalten Nutzen Sie sie für Ihre eigene, unkritische Vorbereitung — nicht für den Inhalt des Kundengesprächs selbst.
  3. Offen sagen, was Sie tragen Ein Satz zu Beginn — was die Brille ist und was sie tut — schafft mehr Vertrauen als Schweigen darüber.
  4. Im Zweifel altmodisch bleiben Ist ein Thema so heikel, dass Sie es nicht wiederholt hören möchten, ist genau das der Moment, eine Cloud-Funktion auszulassen — Brille hin oder her.

Vertrauen ist nicht nur eine Datenfrage

Es gibt eine Seite dieses Themas, die nichts mit Servern zu tun hat. Selbst wenn jede Funktion ausgeschaltet ist, kann eine Kundin, die ein unbekanntes Display hinter Ihren Gläsern schimmern sieht, sich beobachtet fühlen — unabhängig davon, ob technisch überhaupt etwas passiert. Dieses Unbehagen ist real und verdient es, ernst genommen zu werden, ganz getrennt von der Frage, was eine Funktion tatsächlich sendet. Die Lösung ist dieselbe wie beim technischen Risiko: Sagen Sie vor Beginn des Gesprächs, was Sie tragen, statt es jemanden auf halbem Weg bemerken und sich fragen zu lassen. Ein kurzer, sachlicher Satz — kamerafrei, für Notizen genutzt, nichts wird aufgezeichnet — klärt die Frage meist in einem Satz. Unerklärt bleibt genau das, was aus einem Brillenglas ein Misstrauen weckendes Objekt macht.

Wie viel Sorgfalt angemessen ist, hängt vom Raum ab. Eine Due-Diligence-Sitzung mit externen Anwälten, eine Portfolio-Besprechung mit einer Kundin, ein Gespräch mit Personal- oder Patientendaten — das sind die Situationen, in denen es sich lohnt, jede aktivierte Funktion bewusst zu wählen. Ein Kaffeegespräch mit einem Kollegen ist eine andere Situation, und jedes Gespräch mit derselben Vorsicht zu behandeln, wäre selbst eine Art Übertreibung.

Was wir nicht beantworten können

Wir sind Reseller, keine Anwaltskanzlei, und wir stellen hier keine Rechtsauskunft. Ob eine bestimmte Funktion mit dem Bankkundengeheimnis, dem Anwaltsgeheimnis oder der internen Compliance-Richtlinie Ihres Betriebs vereinbar ist, hängt von Ihrer Branche, Ihrem Arbeitgeber und dem konkreten Fall ab — das klären Sie mit der zuständigen Stelle, nicht mit einem Blogartikel. Was wir sagen können, ist technisch: welche Funktion Ton lokal verarbeitet und welche ihn an einen Server sendet. Alles Weitere ist eine Entscheidung, die Sie mit Ihrer Compliance- oder Rechtsabteilung treffen.

Also: tragen, weglassen oder zuerst testen?

Selbstbewusst tragen für die handyseitigen Funktionen — Benachrichtigungen, ein heruntergeladenes Teleprompter-Skript — auch im heikelsten Gespräch, weil dabei nichts Gesprächsbezogenes den Raum verlässt.

Weglassen Cloud-Übersetzung oder QuickNote-Transkription für alles, was vertraulich ist, solange Ihre Compliance das nicht ausdrücklich freigegeben hat.

Zuerst testen, damit Sie im Ernstfall wissen, was Sie tun. Bringen Sie Ihr eigenes Szenario in den Showroom in Zürich mit; unser Datenschutz-Überblick erklärt die Grundlagen, unsere Seite zur Übersetzungsfunktion geht auf genau diese Funktion tiefer ein.

Offenlegung: AI-Eyewear ist der autorisierte Schweizer Reseller von Even Realities. Wir haben ein Interesse daran, dass Sie kaufen — aber ein Kunde, der sich im Meeting unsicher fühlt, hilft niemandem, auch uns nicht.

Häufige Fragen

Zeichnet die Brille das Meeting auf Video oder Audio auf?

Video nicht — es gibt keine Kamera. Das Mikrofon ist nur bei bestimmten Funktionen aktiv, die Sie selbst auslösen (Live-Übersetzung, QuickNote), nicht als dauerhafte Aufnahme im Hintergrund, soweit dokumentiert. Sagen Sie den Anwesenden trotzdem, was Sie tragen und wozu, sobald eine tonbasierte Funktion im Spiel ist.

Ist es erlaubt, die Brille in einem vertraulichen Gespräch zu tragen?

Das ist keine Rechtsfrage, die wir hier beantworten können. Es hängt von Branche, Arbeitgeber und dem konkreten Kontext ab — klären Sie es mit Ihrer Compliance- oder Rechtsabteilung, nicht mit einem Artikel.

Welche Funktion ist beim Datenschutz am heikelsten?

Die Live-Übersetzung, weil sie cloudbasiert ist und gesprochenen Ton zur Verarbeitung sendet. Auch kontextbezogene KI-Eingaben laufen über die Cloud. Benachrichtigungen und ein heruntergeladenes Teleprompter-Skript bleiben dagegen handyseitig.

Sollte ich der Kundin oder dem Kunden sagen, dass ich die Brille trage?

Ja. Ein kurzer Hinweis zu Beginn — was die Brille ist und welche Funktion Sie nutzen — ist die einfachste Art, Vertrauen zu erhalten, besonders wenn eine Funktion mit Mikrofon aktiv ist.

Testen Sie im Showroom, welche Funktion Sie im Meeting wirklich nutzen würden.