Ein Entwickler, der vor ein paar Wochen im Showroom war, formulierte es so: «Ich will keine App programmieren müssen, nur um meine Brille zu benutzen. Ich will sie benutzen.» Ein anderer Besucher, eine Woche später, sagte fast das Gegenteil: «Ich will genau das — eine Brille, die ich mir selbst zurechtbauen kann.» Beide haben recht, und beide beschreiben, warum die Even G2 und die Brilliant Labs Halo trotz derselben Produktkategorie kaum vergleichbar sind, ohne vorher zu klären, wofür man eine KI-Brille eigentlich will.
Kurze Antwort: Die Even G2 ist ein fertiges Konsumentenprodukt mit geschlossenem Ökosystem — App aus dem Store, Funktionen ab Werk, kein Programmieren nötig. Brilliant Labs positioniert die Halo als offene, entwicklerorientierte Plattform, die sich an Menschen richtet, die eigene Software darauf bauen oder anpassen wollen, nicht nur eine fertige App installieren. Es ist kein Fall von «besser» oder «schlechter», sondern von Endnutzer gegen Bastler/Entwickler — und diese Unterscheidung entscheidet die Kaufentscheidung fast allein.
Zwei Antworten auf dieselbe Frage
Jede KI-Brille muss irgendwann entscheiden, wie viel Kontrolle sie dem Käufer überlässt. Die Even G2 beantwortet das mit «so wenig wie möglich, weil die meisten Menschen das nicht wollen»: Sie laden die App, koppeln die Brille, und die Funktionen — Benachrichtigungen, Teleprompter, Notizen, Navigation, Übersetzung — sind da, ohne dass Sie eine Zeile Code sehen. Brilliant Labs positioniert die Halo mit der entgegengesetzten Antwort: «so viel wie möglich, weil genau das den Reiz ausmacht». Die Plattform richtet sich an Entwickler und experimentierfreudige Nutzer, die eigene Anwendungen bauen, Schnittstellen ansprechen und die Brille zu etwas formen wollen, das ab Werk so nicht existiert. Beide Ansätze sind in ihrem Markt sinnvoll. Sie zielen nur auf unterschiedliche Menschen.
Was die Even G2 wirklich bietet
Die Even G2 ist eine kameralose Display-Brille, die sich per Bluetooth mit Ihrem Handy koppelt — keine eigene SIM, keine eSIM, sie nutzt die Verbindung Ihres Handys. Ab Werk laufen Benachrichtigungen, Teleprompter-Text, QuickNote-Sprachnotizen, Navigationshinweise, Live-Übersetzung in bis zu 33 Sprachen (laut Even Support; drei davon erscheinen nur in der App, nicht auf den Gläsern) und dezente KI-Hinweise. Der Akku fasst laut Hersteller 192 mAh für rund zwei Tage typische Nutzung, das Etui liefert unterwegs etwa sieben volle Ladungen. Es gibt zwei Rahmenvarianten mit unterschiedlich breitem Nasensteg sowie verstellbare Nasenpads; eine professionelle Anpassung wird empfohlen. Das ist der ganze Deal: Sie kaufen ein fertiges Produkt, keinen Baukasten.
Was die Brilliant Labs Halo verspricht
Brilliant Labs positioniert die Halo öffentlich als offene Entwicklerplattform für KI-Brillen — ein Gerät, bei dem das «Hackbare» kein Zusatz, sondern das Kernversprechen ist. Wir nennen hier bewusst keine konkreten technischen Spezifikationen zur Halo — kein Gewicht, keine Akkuzahl, keine Display-Auflösung —, weil wir Reseller der Even G2 sind, nicht die offizielle Quelle für ein Konkurrenzprodukt, und lieber auf die Angaben von Brilliant Labs selbst verweisen als eine Zahl zu schätzen. Was sich aus der öffentlichen Positionierung des Herstellers seriös sagen lässt, ist die Grundhaltung: eine Plattform, die sich explizit an Entwickler und Bastler richtet, mit dem Ziel, dass Nutzer eigene Software darauf laufen lassen statt nur eine vorinstallierte App zu bedienen.
| Sie wollen … | Even G2 | Brilliant Labs Halo |
|---|---|---|
| Sofort einsatzbereit ohne Programmieren | Ja, App aus dem Store | Je nach Nutzung, oft nicht der Zweck |
| Eigene Software oder Anpassungen selbst bauen | Nicht vorgesehen | Ja, dafür positioniert |
| Feste, geprüfte Funktionen ab Werk | Ja | Hängt vom eigenen Aufbau ab |
| Support und Fitting über einen Schweizer Reseller | Ja | Nicht über AI-Eyewear |
| Als Alltagsbrille ohne technisches Vorwissen tragen | Ja, dafür gebaut | Eher für technisch versierte Nutzer |
Angaben zur Even G2 laut Even Realities / Even Support Center, Stand 30. Juli 2026. Zur Brilliant Labs Halo nennen wir bewusst nur die allgemeine Plattform-Philosophie laut Herstellerpositionierung, keine Detailspezifikation — für genaue Werte gilt die offizielle Brilliant-Labs-Seite.
Wer zu wem passt
Die Even G2 passt zu Ihnen, wenn …
Sie eine Brille wollen, die ab dem ersten Tag funktioniert, ohne dass Sie sich mit einer Entwicklungsumgebung beschäftigen; Sie Benachrichtigungen, Übersetzung, Notizen und Navigation im Alltag wollen, fertig konfiguriert; und Sie lokalen Support, eine professionelle Anpassung und einen Ansprechpartner in der Schweiz schätzen.
Die Brilliant Labs Halo passt zu Ihnen, wenn …
Sie selbst programmieren oder zumindest technisch experimentieren wollen; die Idee reizt, die Brille zu etwas zu formen, das es ab Werk nicht gibt; und Sie bereit sind, Zeit und Wissen zu investieren, statt eine fertige App zu erwarten.
Also: welche kaufen, welche meiden, was vorher testen?
Greifen Sie zur Even G2, wenn Sie eine Brille wollen, die funktioniert, sobald Sie sie aufsetzen — Benachrichtigungen, Übersetzung, Notizen, Navigation, ohne dass Sie je eine Zeile Code anfassen. Genau dafür ist sie gebaut, und genau das liefert sie in der Schweiz heute.
Meiden Sie die Even G2, wenn Ihr eigentliches Interesse dem Basteln, Programmieren oder Erweitern gilt. Ein geschlossenes Ökosystem lässt sich nicht zur offenen Plattform umbauen, egal wie gut es im Alltag ist — dafür ist die Halo-Philosophie der richtigere Ausgangspunkt.
Testen Sie vorher, wenn Sie noch unsicher sind, ob Sie eher Endnutzer oder Tüftler sind. Wer wissen will, für welchen Alltagstyp die G2 grundsätzlich gedacht ist, findet das in unserem Überblick Für wen die Even G2 ist; alle Kategorien und Vergleiche nebeneinander stehen in unserem KI-Brillen-Vergleichsratgeber, und alle technischen Daten in der KI-Brillen-Datenbank.
Offenlegung: AI-Eyewear ist der autorisierte Schweizer Reseller von Even Realities und verkauft keine Brilliant-Labs-Geräte. Wir haben keinen kommerziellen Grund, die Halo schlechtzureden, und keinen, sie schönzureden — wenn Ihr Ziel eine offene Entwicklerplattform ist, ist das ehrlich nicht die Even G2.