Die Trauzeugin übte ihre Rede am Telefon, sekundenweise den Blick auf den Bildschirm gesenkt, dann wieder hoch zu den Gästen. Zwischen den beiden Blicken lag ein sichtbarer Bruch — genau der Moment, den eine Teleprompter-App nie ganz wegbekommt, egal wie gut sie programmiert ist.
Kurze Antwort: Eine Teleprompter-App auf dem Handy ist praktisch kostenlos und für einen einzelnen Auftritt oft ausreichend. Die Even G2 kostet deutlich mehr, löst aber das eigentliche Problem: Der Text erscheint im Sichtfeld statt auf einem Gerät, das Sie halten oder ablegen müssen — Sie behalten Blickkontakt und wirken frei sprechend. Der Aufpreis lohnt sich vor allem für Menschen, die regelmässig präsentieren, nicht für den einen Auftritt im Jahr.
Was die App wirklich kostet — nicht nur in Franken
Eine Teleprompter-App ist in der Anschaffung fast immer günstig oder gratis. Der Preis, den man seltener bespricht, ist der praktische: Ein Handy oder Tablet muss irgendwo stehen — auf einem Rednerpult, einem Stativ, in Kamerareichweite, aber nicht im Bild. Wer ohne Zubehör auskommt, hält das Gerät in der Hand oder legt es auf den Tisch, und der Blick wandert sichtbar nach unten. Bei einer Rede vor Publikum sieht man diesen Bruch; bei einer Videoaufnahme hört man ihn oft sogar, weil die Stimme kurz an Energie verliert. Die App selbst macht dabei nichts falsch — das eigentliche Problem liegt darin, wo das Display sitzt: nicht in Ihrem Blickfeld, sondern daneben.
Was die Brille dafür löst — und was nicht
Die Even G2 ist eine kameralose Brille, die sich per Bluetooth mit dem Handy verbindet; der Teleprompter gehört zu den fest eingebauten Funktionen. Ein Skript wird in der App vorbereitet und auf die Brille geladen; danach liegt der Text im Sichtfeld, während Sie weiterhin geradeaus zum Publikum oder in die Kamera blicken. Das ist der eigentliche Gewinn gegenüber der App: kein Gerät zum Halten, kein sichtbarer Blickwechsel nach unten, kein Bildschirm, der Sie beim Ablesen verrät.
Ehrlich gehört dazu auch, was die Brille nicht tut. Das Display zeigt einfachen, monochromen Text — keine aufwändige Formatierung, keine Farbmarkierungen wie in mancher App. Das Skript muss vorher über die App geladen werden; ist es einmal auf der Brille, funktioniert es auch dann weiter, wenn das Handy kurz ausser Bluetooth-Reichweite gerät, denn dann bleibt einfach, was bereits geladen wurde. Und die Passform zählt: Weil der Text exakt im Sichtfeld sitzen muss, empfiehlt Even eine professionelle Anpassung von Nasenpads und Bügeln, statt die Brille selbst zu verbiegen.
Die eigentliche Rechnung: Preis gegen Wert
Eine App kostet nahe null. Die G2 kostet spürbar mehr — und dafür kauft man nicht nur einen Teleprompter, sondern ein Gerät, das zusätzlich Benachrichtigungen spiegelt, Notizen aufnimmt, übersetzt und Navigationshinweise zeigt. Wer die Brille ausschliesslich für den Teleprompter kaufen würde, bezahlt für Funktionen, die er vielleicht nie braucht. Wer ohnehin über eine KI-Brille nachdenkt und zusätzlich häufig präsentiert, bekommt den Teleprompter praktisch als Zugabe zu den anderen Funktionen.
Rechnet man den Aufpreis auf die Anzahl Auftritte im Jahr herunter, sieht die Sache anders aus als beim blossen Blick auf die Anschaffungssumme: Bei mehreren Bühnenauftritten pro Monat verteilt er sich über viele Einsätze; bei einem Auftritt pro Jahr eben nicht. Zur Akkulaufzeit gibt es eine Herstellerangabe: 192 mAh, laut Even-Support-Center rund zwei Tage im typischen Betrieb, mit rund sieben vollen Ladungen aus dem Case unterwegs. Ein Konferenztag mit durchgehend aktivem Display dürfte mehr Energie ziehen als «typischer Betrieb» — wer mehrere Auftritte an einem Tag plant, sollte das Case dabeihaben.
Wer den Aufpreis rechtfertigt
Der Aufpreis lohnt sich am ehesten für Menschen, bei denen Blickkontakt Teil des Berufs ist: Vortragsrednerinnen und -redner, die mehrmals im Monat auf einer Bühne stehen, Trainer und Dozenten mit wiederkehrenden Präsentationen, Video-Creators, die regelmässig vor der Kamera sprechen, und Sales- oder Kommunikationsprofis, die Pitches routinemässig vortragen. Für sie ist der Unterschied zwischen «auf ein Gerät schauen» und «frei sprechend wirken» kein Detail, sondern ein wiederkehrender, messbarer Vorteil — bei jedem einzelnen Auftritt.
Wer besser bei der App bleibt
Für eine einmalige Rede — eine Hochzeit, eine Abschlussfeier, ein einziges Referat in der Ausbildung — ist der Aufpreis kaum zu rechtfertigen. Eine kostenlose App, ein einfaches Stativ und zwei, drei Proben leisten in diesem Fall fast dasselbe, und niemand kauft ein Gerät für hundert Sekunden im Rampenlicht. Auch wer generell selten öffentlich spricht, sollte zuerst mit der App üben — für viele reicht das dauerhaft völlig aus.
Kaufen, verzichten oder zuerst testen?
Kaufen, wenn Sie regelmässig präsentieren, filmen oder sprechen und ohnehin von den übrigen Funktionen einer KI-Brille profitieren würden. Verzichten, wenn ein einziger Auftritt bevorsteht und danach erst einmal Ruhe ist — hier gewinnt die App klar nach Preis-Leistung. Testen sollten Sie in jedem Fall vor dem Kauf: Bringen Sie Ihr eigenes Skript und Ihr eigenes Sprechtempo in den Showroom in Zürich und prüfen Sie, ob sich das Lesen im Sichtfeld für Sie natürlich anfühlt. Wer die Funktion im Detail kennenlernen möchte, findet auf der Seite zur Teleprompter-Brille mehr dazu; technische Eckdaten aller Modelle stehen in der KI-Brillen-Datenbank.
Offenlegung: AI-Eyewear ist der autorisierte Schweizer Reseller von Even Realities. Wir sagen bei diesem Vergleich genauso deutlich, wann die günstige App die bessere Wahl ist, wie wir die Vorteile der Brille nennen.