Fast jeder, der uns das fragt, beschreibt zuerst dieselbe kleine Peinlichkeit: In jeder Videokonferenz schaut man entweder auf seine Notizen oder in die Kamera — nie auf beides —, und alle am anderen Ende sehen genau, wann man abliest. Genau an dieser Stelle setzt die Frage an, ob eine KI-Brille am Laptop hilft. Die Antwort ist nützlich, aber nicht die, die viele erwarten.
Kurze Antwort: Die Even G2 verbindet sich nicht mit dem Laptop. Sie koppelt sich per Bluetooth an Ihr Handy, und sie ist kein Monitor — Sie können Ihr Teams-Fenster, eine Bildschirmfreigabe oder die Teilnehmerkacheln nicht auf die Gläser spiegeln. Was sie einem Laptop-Meeting real hinzufügt, ist ein Teleprompter: Sprechnotizen, die Sie vorher in der Handy-App angelegt haben, schweben in Ihrem Blickfeld, während Sie in die Laptop-Kamera schauen. Betrachten Sie sie als diskrete Vorlesehilfe für Gespräche und Präsentationen, nicht als Display für Ihren Computer.
Was «am Laptop anschliessen» hier wirklich heisst
Zwei ganz verschiedene Dinge sind gemeint, wenn Menschen das fragen. Das eine: die Brille wie einen Bildschirm an den Laptop hängen und darauf Fenster sehen — das geht nicht, ein dokumentierter Kabelanschluss (USB-C oder HDMI) zur Brille ist uns nicht bekannt. Das andere: die Brille am Schreibtisch tragen und dabei Notizen ins Blickfeld bekommen, während Sie am Laptop arbeiten — das geht, aber über das Handy, nicht über den Laptop.
Der entscheidende Punkt: Die Brille spricht nur mit dem Handy. Während Ihres Teams-Calls auf dem Laptop wird die Brille von Ihrem daneben liegenden Handy gesteuert, völlig unabhängig vom Computer. Kein Video, kein Bild und keine Bildschirmfreigabe fliesst vom Laptop auf die Gläser. Der Laptop führt das Meeting; die Brille zeigt nur, was Sie ihr vorher übers Handy mitgegeben haben.
Der realistische Gewinn: ein Teleprompter fürs Sprechen
Hier liegt der echte Wert. Sie schreiben in der Even-App auf dem Handy ein Skript — Ihre Gesprächspunkte, die Begrüssung, die drei Zahlen, die Sie nicht vergessen wollen. Im Call erscheint dieser Text auf den Gläsern, und Sie lesen ihn ab, während Sie in die Kamera schauen. Für das Gegenüber sieht es aus, als sprächen Sie frei und hielten Blickkontakt. Genau die Lücke zwischen «auf die Notizen schauen» und «in die Kamera schauen» schliesst die Brille.
Zwei ehrliche Einschränkungen dazu. Erstens bereiten Sie das Skript vorher vor; es ist nicht live mit Ihrem PowerPoint oder dem Meeting verknüpft und blättert nicht automatisch zu Ihrer aktuellen Folie. Zweitens braucht die App ein Handy (iOS 16 oder neuer, oder die Android-App bei Google Play). Neben dem Teleprompter laufen die üblichen handyseitigen Funktionen weiter — eine QuickNote diktieren, eine wichtige Benachrichtigung diskret sehen —, aber der Teleprompter ist der Grund, warum jemand die Brille zum Laptop-Meeting anlegt.
| Sie wollen … | Läuft über | Möglich? |
|---|---|---|
| Sprechnotizen ablesen und dabei in die Kamera schauen | Teleprompter, Handy-App | Ja, der Kernnutzen |
| Eine wichtige Benachrichtigung während des Calls sehen | Handyseitig | Ja |
| Skript automatisch zur aktuellen Folie mitlaufen lassen | — | Nein, vorher vorbereiten |
| Das Teams-Bild oder die Teilnehmerkacheln sehen | — | Nein |
| Den Laptop-Bildschirm als zweites Display spiegeln | — | Nein |
Was sie nicht kann — und was das stattdessen macht
Seien wir klar bei den Grenzen, damit Sie zu Hause nicht enttäuscht werden. Die G2 ist kein Teams-Bildschirm: Gesichter, die Teilnehmerkacheln oder eine geteilte Präsentation erscheinen nicht auf den Gläsern. Sie ist auch kein zweiter Monitor — Sie können keine Tabelle vom Laptop auf die Linse ziehen und dort lesen.
Wenn Sie genau das suchen — einen grossen, schwebenden Zweitbildschirm für Ihren Laptop —, ist das eine ganz andere Geräteklasse: sogenannte Birdbath-Brillen (etwa von XREAL oder Rokid) mit dunkleren, getönten Gläsern, die ein grosses virtuelles Display zeigen. Das monochrome Info-Overlay der G2 ist bewusst nicht dafür gebaut; es ist für kurzen, klaren Text da, nicht für einen Desktop. Welches Gerät welche Aufgabe löst, sehen Sie im Vergleich in der KI-Brillen-Datenbank.
Wer wirklich davon profitiert
Für Sie gemacht, wenn …
Sie oft moderieren, schulen oder Sales-Calls führen und den Text nicht auswendig können; Sie in Webinaren und All-Hands den Faden halten müssen; Sie Blickkontakt zur Kamera wichtiger finden als das Ablesen — und Sie es hassen, in der Aufzeichnung ständig nach unten zu schauen.
Eher nicht, wenn …
Sie einen schwebenden Zweitbildschirm für Tabellen und Code wollen (dann sind Birdbath-Brillen die Kategorie); Sie erwarten, das Teams-Video auf den Gläsern zu sehen; oder Sie die Brille per Kabel in den Laptop stecken möchten. Nichts davon leistet die G2.
Also: kaufen, verzichten oder vorher testen?
Ohne Sorge kaufen, wenn Ihr Hauptmotiv der Teleprompter ist: freie, ruhige Rede in Calls und Präsentationen, mit Blick in die Kamera statt auf den Zettel. Genau das leistet die G2 zuverlässig.
Innehalten, wenn Sie insgeheim einen zweiten Monitor oder das Teams-Bild auf den Gläsern erwarten. Das kann die G2 nicht, und wir tun lieber nicht so, als ob.
Zuerst testen, denn das eine, was kein Datenblatt beantwortet, ist, ob sich das Ablesen für Sie natürlich anfühlt. Bringen Sie ein echtes Skript in den Showroom in Zürich und lesen Sie es einmal laut ab, als wäre die Kamera an. Wie Sie ein sauberes Skript aufbauen, zeigt unsere Teleprompter-Brille-Übersicht.
Offenlegung: AI-Eyewear ist der autorisierte Schweizer Reseller von Even Realities. Uns ist lieber, Sie erleben den Teleprompter einmal selbst, als dass Sie mit der Erwartung eines PC-Monitors kaufen, die wir nicht bestätigen können.