In der Villa Zeltweg endet fast jede Beratung an derselben Stelle: nicht bei den Funktionen, sondern beim Spiegel. Jemand setzt die Even G2 auf, dreht den Kopf — und die Brille rutscht einen Millimeter zur Seite. Genau dieser Millimeter ist bei einer Display-Brille wichtiger, als die meisten erwarten.
Kurz gesagt: Die Even G2 kommt in zwei Rahmen, die sich vor allem im Nasensteg unterscheiden. Der G2 A hat den breiteren Steg, der G2 B den schmaleren. Dazu sind Nasenpads und Bügelweite verstellbar. Für ein schmales Gesicht mit engem Nasenrücken ist der schmalere Steg meist der ruhigere Sitz, für ein breiteres Gesicht der breitere. Die verlässliche Antwort liefert aber nicht diese Seite, sondern die Anprobe.
Warum «Gesichtsform» hier zwei Fragen sind
Umgangssprachlich meint «passt zu meinem Gesicht» zweierlei, und die beiden Dinge haben wenig miteinander zu tun. Das eine ist Halt — sitzt die Brille sicher, ohne zu drücken oder zu rutschen? Das andere ist Ästhetik — schmeichelt die Form den Proportionen? Bei einer normalen Brille darf man beides in einen Topf werfen. Bei einer KI-Brille mit Display lohnt es sich, den Halt zuerst zu klären, denn er hat eine technische Nebenwirkung, auf die wir gleich kommen.
Der Halt: es beginnt am Nasensteg
Der wichtigste Massnahme-Punkt ist der Abstand zwischen den Augen respektive die Breite des Nasenrückens. Genau hier setzen die zwei G2-Rahmen an.
Even G2 A
Der grosszügigere Nasensteg.
- Nasensteg rund 22,6 mm — für breitere Nasenrücken.
- Etwas rundere Anmutung, wirkt an kantigen Gesichtern weicher.
- Tendenziell die Wahl bei breiterem Gesicht.
Even G2 B
Der engere Nasensteg.
- Nasensteg rund 19,5 mm — für schmalere Nasenrücken.
- Etwas kantigere Linienführung, gibt schmalen Gesichtern Struktur.
- Tendenziell die Wahl bei schmalem Gesicht und engem Steg.
Rahmenmasse nach den publizierten Spezifikationen von Even Realities (Even G2 A / G2 B), Stand 30. Juli 2026. Herstellerangaben, keine eigene Messung von AI-Eyewear. Die Gläser lassen sich zusätzlich in Ihrer Sehstärke fertigen — siehe Korrekturgläser für die Even G2.
Die gute Nachricht: Der Rahmen ist nicht das letzte Wort. Even Realities beschreibt verstellbare Nasenpads und eine anpassbare Bügelweite, mit denen sich beide Rahmen in einem gewissen Rahmen (Wortspiel unvermeidlich) an unterschiedliche Gesichter feinjustieren lassen. Wichtig: Solche Anpassungen gehören mit dem richtigen Werkzeug in Fachhände — der Hersteller rät ausdrücklich davon ab, selbst daran zu biegen.
Der Sonderfall: flacher Nasenrücken (Low Bridge)
Wer einen flachen Nasenrücken hat — verbreitet bei asiatischen Gesichtszügen, aber keineswegs darauf beschränkt — kennt das Problem von jeder Brille: Sie rutscht, drückt hinter den Ohren und hinterlässt Abdrücke auf der Wange. Bei der Even G2 ist der Hebel dagegen die Höhe und der Winkel der Nasenpads. In der Anprobe ist das die entscheidende Frage: Heben die Pads die Brille genug an, damit sie frei vor dem Auge steht statt auf der Wange aufzuliegen? Das lässt sich am eigenen Gesicht in zwei Minuten fühlen — und in keiner Tabelle vorhersagen. Wenn Low Bridge Ihr Thema ist, sagen Sie es bei der Terminbuchung, dann liegt das passende Pad-Set bereit.
Die Nebenwirkung, die eine Display-Brille besonders macht
Jetzt zu dem Punkt, der eine KI-Brille von einer normalen Brille unterscheidet. Die Anzeige der Even G2 sitzt im Glas; sie erscheint als eingeblendetes Bild vor dem Auge. Sitzt die Brille schief oder zu tief, wandert nicht nur der Rahmen — es verschiebt sich auch die Lage der eingeblendeten Information relativ zum Auge. Ein Schiefsitz, den man bei einer gewöhnlichen Brille höchstens als kosmetisch empfindet, kann hier dazu führen, dass das Display weniger sauber im Blickfeld steht.
Das ist unsere redaktionelle Einordnung, keine Herstellerangabe mit Messwert — aber es ist der Grund, warum wir bei einer Display-Brille strenger auf den Sitz schauen als bei einer Sonnenbrille. Die Ästhetik darf man beim Aufsetzen selbst beurteilen. Den korrekten, ruhigen Sitz beurteilt man am besten mit jemandem, der weiss, worauf zu achten ist.
Ästhetik: der kürzere Teil
Zur Form im engeren Sinn hält sich Even Realities in der eigenen Stilberatung an die klassische Faustregel: rundere Formen mildern kantige Gesichter, kantigere Formen geben runden Gesichtern Kontur. Der G2 A wirkt tendenziell etwas runder, der G2 B etwas kantiger. Aber ehrlich: Diese Regel ist ein Startpunkt, kein Gesetz. Gesichter halten sich selten an Lehrbücher, und die vertretbaren Kombinationen sind zahlreicher, als jede Faustregel zugibt. Deshalb steht die Ästhetik hier bewusst hinter dem Halt.
Fazit: bestellen, überlegen oder anprobieren?
Direkt zum passenden Rahmen greifen können Sie, wenn Ihr Nasenrücken klar schmal oder klar breit ist und Sie den Sitz gewohnter Brillen kennen — dann ist die Steg-Regel ein verlässlicher erster Zeiger (B schmal, A breit).
Erst überlegen sollten Sie, wenn Ihnen Brillen bisher grundsätzlich schlecht sassen — rutschten, drückten, schief standen. Dann ist nicht der Rahmen das Problem, sondern die Anpassung, und die klärt man vor dem Kauf, nicht danach.
In jedem Fall anprobieren sollten Sie bei einem flachen Nasenrücken oder wenn Sie zwischen A und B schwanken. Zwei Minuten Aufsetzen ersetzen jede Ferndiagnose. Kommen Sie dafür in den Showroom in Zürich. Wenn Sie zuerst grundsätzlich abwägen, hilft die Kaufberatung, und ob die Even G2 überhaupt zu Ihrem Alltag passt, klärt «Ist die Even G2 die richtige für Sie?». Technische Daten aller Modelle stehen in der Datenbank.
Offenlegung: AI-Eyewear ist der autorisierte Schweizer Reseller von Even Realities. Wir haben die Grenzen der Anpassbarkeit so offen benannt wie ihre Stärken.